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Zahnimplantate (Dentale Implantate)Zahnimplantate (Dentale Implantate)

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die die biologische Funktion der natürlichen Zähne übernehmen können. Sie weisen eine dem natürlichen Zahn vergleichbare Belastbarkeit und guten Halt auf.

  • Implantate werden seit mehr als 30 Jahren routinemäßig zum Ersatz von Zähnen im Knochen verankert. Sie dienen hauptsächlich der Aufnahme von Kronen, Brücken und Prothesen.
  • Gehen Zähne verloren, baut sich der Knochen durch die fehlende Belastung mit der Zeit ab. Ist jedoch ein Implantat eingebracht, wird der Knochen an dieser Stelle weiterhin beansprucht, womit der Knochenschwund weitestgehend ausbleibt.
  • Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass es beim Einsatz von Implantaten möglich ist, die Struktur des Zahnfleisches, bzw. die kleinen Zahnfleischzipfel die sich zwischen den Zähnen befinden, zu erhalten. Die natürlichen Verhältnisse bleiben so bestehen und der künstliche Zahn ist nicht von den übrigen Zähnen zu unterscheiden. Wird eine Lücke dagegen mit einer herkömmlichen Brücke versorgt, kann durch den Knochenschwund und den damit verbundenen Rückgang des Zahnfleisches der Gesamteindruck mit der Zeit beeinträchtigt werden.

2. Voraussetzungen

allgemeinmedizinisch:
Implantationen sind nur bei gravierenden Grunderkrankungen kontraindiziert. Zu diesen zählen:

  • Störung der Blutgerinnung (Implantation unter stationären Bedingungen möglich)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. nicht eingestellter Diabetes mellitus, Knochenerkrankungen)
  • krankhafte Veränderungen der Mundschleimhaut
  • Erkrankungen, die die dauernde Einnahme von Medikamenten erfordern (Cortison, Chemotherapeutika, etc.)
  • schwerste Herz-Kreislauferkrankungen

Hinsichtlich des Alters des Patienten gibt es nach oben hin keine Beschränkungen. Bei Jugendlichen bis 18 Jahre sollten jedoch noch keine Implantate verankert werden, weil sie sich noch im Wachstum befinden und das Kieferwachstum durch den operativen Eingriff beeinflusst wird.

zahnmedizinisch:
Implantate sollten nur bei einem gesunden Gebiß in Erwägung gezogen werden. Wesentlich für den Erfolg einer Implantation ist ein ausreichendes Knochenangebot. Würde ein Implantat an einer Stelle verankert, wo der Knochen sehr dünn ist, würde dieses unter Belastung innerhalb kürzester Zeit wieder ausfallen. Um so etwas zu vermeiden, muß bei diesen Patienten zunächst der Knochen aufgebaut werden. Hierzu wird an einer anderen Stelle körpereigener Knochen entnommen und an den Ort der Implantation verpflanzt. Entnahmestellen können bei kleineren Aufbauten z.B. die Region der Weisheitszähne oder bei mittel- bis grossen Aufbauten auch aus Regionen des Beckenkammes sein.

3. Behandlungsablauf

Im Vorfeld, d.h. vor der eigentlichen Implantation werden Abformungen von den Zähnen genommen, Röntgenbilder (mit Messkugeln) angefertigt, Zähne, Zahnfleisch und Schleimhaut werden genau untersucht.

Die eigentliche Implantation wird im allgemeinen unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nur in Ausnahmefällen ist eine Vollnarkose indiziert. Wenn die Betäubung wirkt, wird der Kieferknochen im Implantationsgebiet freigelegt und das Bett für das, bzw. die Implantat(e) vorbereitet. Nach Überprüfung der lokalen Knochenverhältnisse wird mit verschiedenen Instrumenten eine genau passende Bohrung für jedes Implantat in den Kieferknochen eingebracht. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, werden die Implantate eingeschraubt. Danach wird das Zahnfleisch wieder zurückgeklappt und vernäht. Die Einheilphase dauert 4-6 Monate. Während dieser Zeit werden die Patienten mit sogenannten Provisorien versorgt, das bedeutet dass sie zu keiner Zeit zahnlos bleiben. Am Ende der Einheilphase folgt ein weiterer Eingriff. In dieser Behandlungsphase wird die Schleimhaut durch einen kleinen Schnitt eröffnet und zur Seite gedrückt, so dass die Implantate zu sehen sind. Diese werden mit Verlängerungspfosten versehen und das Provisorium so umgearbeitet, dass es auf die Konstruktion passt. Wenn die Schleimhaut verheilt ist, wird mit der Herstellung des endgültigen Zahnersatzes begonnen.

In einigen Fällen sind im Zuge der Freilegung Veränderungen im Bereich des Zahnfleisches um die Implantate notwendig. Das Schaffen von ausreichend “fester” fixierter Gingiva macht unter Umständen das Transplantieren von Gaumenschleimhaut notwendig.

4. Mögliche Komplikationen

Wie bei jeder medizinischen Therapie ist auch die Implantation mit gewissen Risiken verbunden. Während der Implantation im Unterkieferseitenzahnbereich kann es zu Verletzungen des im Knochen verlaufenden Nerven kommen. Diese Schädigung kann zur zeitweisen oder völligen Taubheit der Unterlippen/Kinnregion auf der Seite führen, auf der die Nervverletzung erfolgte.

Im Oberkiefer können der Nasenboden oder die Kieferhöhle verletzt werden. Diese heilen in der Regel wieder aus, es ist jedoch möglich, dass in einem solchen Fall vor der Implantation, nach Ausheilen der Wunde der Knochen an dieser Stelle durch Knochentransplantation aufgefüllt werden muss.

Wie bei allen operativen Eingriffen kann es zu Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen kommen. In der Regel sind jedoch keine weiteren Gefahren zu befürchten.

5. Veraltensregeln für Implantaträger

Am Operationstag und am folgenden Tag sollten Sie auf Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und Zigaretten verzichten, ebenso wie auf körperliche Anstrengungen. Die operierten Stellen sollten von aussen gut gekühlt werden. Nehmen Sie weiche Nahrung zu sich jedoch keine Milch-oder Mehlspeisen.

Unmittelbar nach der Verankerung der Implantate sollten diese für einen Zeitraum von 4-6 Monaten nicht voll belastet werden, da sich in dieser Zeit der Knochen umbaut und Störungen in dieser Phase zum Misserfolg führen können.

6. Nachsorge

Von großer Bedeutung ist die regelmäßige und gründlich durchgeführte Mundhygiene. Implantate sowie eigene Zähne sind adäquat zu säubern, wobei zusätzlich zur normalen Zahnbürste auch weitere Hilfsmittel wie Zahnseide, Superfloss, Interdentalbürsten, Mundduschen etc. angewendet werden sollten. Ihr Zahnarzt oder eine geschulte Fachkraft wird Ihnen die Anwendungstechniken gerne erläutern.

Weiterhin sind regelmäßige Kontrollen im Abstand von 6-12 Monaten dringend angeraten.

7. Erfolgsaussichten

Von wissenschaftlicher Seite wurden zahlreiche umfassende Studien durchgeführt. Daher verfügt man heute über fundierte Daten zur Lebensdauer von Implantaten: nach 10 Jahren sind im zahnlosen Unterkiefer noch mehr als 90% der Implantate funktionstüchtig, im Oberkiefer sind es noch ca. 80-85%. Es gehen also nur sehr wenige Implantate verloren, wobei hervorzuheben ist, dass zum einen nach Verlust eines Implantates der Zahnersatz (je nach Konstruktion) vielfach ohne größere Änderungen weitergetragen werden kann und zum anderen häufig erneut eine Implantation möglich ist. Suchterkrankungen wie Drogen, übermäßiger Tabletten oder Alkoholkonsum beeinflussen die Lebensdauer der Implantate negativ. Ebenso gefährdet starkes Rauchen die Einheilung und den dauerhaften Berstand von Implantaten.